ARC medical technology – Nadel mit einstellbarer Steifigkeit und steuerbarer Auslenkung für bildgeführte Interventionen

Funktionsweise

Die ARC-Nadel ist eine passive, in ihrer Steifigkeit einstellbare und gezielt ablenkbare koaxiale Nadel. Sie wurde entwickelt, um den Zugang und die Präzision bei bildgeführten perkutanen Eingriffen zu verbessern, ohne die Systemkomplexität zu erhöhen. Bei Bedarf ermöglicht sie kontrollierte Trajektorienabweichungen nur dann, wenn sie benötigt werden, kann aber ebenso wie eine konventionelle gerade Nadel verwendet werden.

Im Gegensatz zu aktiv angetriebenen oder sensorbasierten steuerbaren Nadeln erzwingt oder kompensiert die ARC-Nadel die Nadel–Gewebe-Interaktion nicht. Stattdessen nutzt sie gezielt die natürliche Interaktion zwischen einer abgeschrägten Spitze und dem umgebenden Gewebe, um in eine bevorzugte Richtung auszuweichen. Die Steifigkeit am distalen Ende wird dabei lokal verringert, indem Festkörpergelenke (flexible Segmente) selektiv entriegelt werden.

Funktionsprinzip

Schematische Darstellung des passiven ARC-Steuerprinzips
Die ARC-Nadel nutzt die Nadel–Gewebe-Interaktion

Die ARC-Nadel ermöglicht den innovativen Ansatz eine Insertion, mehrere Ziele. Bei der Insertion verhält sich die ARC-Nadel wie eine herkömmliche koaxiale Nadel. In Zielnähe wird die Steifigkeit verringert, um die geplanten Trajektorienabweichungen auszuführen. Die Richtung der Auslenkung wird durch die Orientierung der abgeschrägten Spitze bestimmt.

Durch diese Vorgehensweise sind wiederholte Punktionen nicht mehr notwendig, die Eingriffszeit wird verkürzt und die mit Mehrfachinsertionen verbundenen Risiken werden reduziert, wie Infektionen oder Gewebetrauma.

Darüber hinaus ermöglicht die Fähigkeit, nicht-geradlinige Trajektorien zu erzeugen, den Zugang zu anatomisch eingeschränkten Regionen, die mit konventionellen geraden Nadeln nicht erreichbar sind.

Industrielle und regulatorische Relevanz

Aus industrieller Sicht basiert die ARC-Technologie auf einer rein mechanischen Architektur, ohne integrierte Elektronik, ohne aktiven Antrieb und ohne komplexe Regelung. Dies unterstützt Robustheit sowie Sterilisierbarkeit, und erleichtert sowohl die Herstellung als auch die regulatorische Kompatibilität bei gleichzeitig niedrigen Integrationskosten.

Kompatibilität und Integration

Von Grund auf ist die ARC-Nadel mit gängigen Bildgebungsmodalitäten kompatibel, darunter Ultraschall, Fluoroskopie, Computertomographie (CT) und MRT, und eignet sich sowohl für den manuellen Einsatz als auch für robotische Assistenz.

Die Freiheitsgrade bleiben einfach und entkoppelt: lineare Translation für Insertion und Anpassung der Steifigkeit sowie axiale Rotation. Letztere bestimmt die Richtung der Auslenkung direkt über die Orientierung der abgeschrägten Spitze. Dadurch lässt sich die ARC-Nadel leicht in robotische oder teleoperierte Systeme integrieren, ohne komplexe Antriebe oder Regelungsschemata zu erfordern.

Zielanwendungen

Die ARC-Nadel ist für fortgeschrittene bildgeführte perkutane Interventionen konzipiert, bei denen konventionelle gerade Nadeln geometrische oder anatomische Einschränkungen mit sich bringen. Besonders wertvoll ist das System bei Eingriffen, die eine kontrollierte Umlenkung, das Erreichen mehrerer Ziele oder die Optimierung von Sicherheitsrändern erfordern, während gleichzeitig ein vorhersagbares und reproduzierbares Verhalten beibehalten wird.

Erweiterte und grenznahe Anwendungen

Partnerschaft

Wir suchen industrielle Partner, die an der Ko-Entwicklung, Fertigung oder klinischen Translation von ARC-basierten Nadeln interessiert sind. Die ARC-Technologie ist als Erweiterung bestehender Systeme konzipiert: Sie erweitert die Fähigkeiten konventioneller Nadeln, ohne bestehende klinische Praktiken oder Workflows zu verändern.

Dank ihrer rein mechanischen Architektur eignet sich die ARC-Technologie besonders gut für den industriellen Transfer, mit Flexibilität hinsichtlich Geometrie, Materialien und Integrationsgrad. Sie kann an unterschiedliche klinische Indikationen, Bildgebungsmodalitäten und Fertigungsrandbedingungen angepasst werden.

Was die ARC-Technologie bietet

Umfang der Partnerschaft

Kontakt

Für Partnerschaftsanfragen, Lizenzgespräche oder weitere technische Informationen verweisen wir auf den Abschnitt Technologietransfer unten.

Technologietransfer

Die Koordination des Technologietransfers und die Finanzierung der ARC-Technologie werden von SATT Conectus unterstützt.

Kontakt: lucile.weynans@satt-conectus.fr

Team

Die ARC-Technologie wird von einem französisch-schweizerischen Team entwickelt, das Expertise in mechanischer Konstruktion, medizinischer Robotik, interventioneller Radiologie und klinischer Translation vereint.

Lennart Rubbert

Lennart Rubbert
Dozent
ICube-Labor
RDH - ERL Rodin

Charles Baur

Charles Baur
Senior-Wissenschaftler
EPFL
INSTANT-Lab

Juan Verde

Juan Verde
Interventioneller Radiologe
IHU Strasbourg
MIMESIS - Inria

Benoît Wach

Benoît Wach
Forschungsingenieur (CNRS)
ICube-Labor
RDH - IRIS - ERL Rodin

Antoine Morin

Antoine Morin
Doktorand
ICube-Labor
IMAGeS

Caroline Essert

Caroline Essert
Professorin
ICube-Labor
IMAGeS

Institutionelle Unterstützung

ICube EPFL IHU Strasbourg CNRS Université de Strasbourg INSA Strasbourg Inserm Inria

Publikationen

Zeitschriftenartikel

Konferenzbeiträge

Patente

Öffentlichkeitsarbeit und Medien